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GI Elbefischerei kürt Senator Axel Gedaschko zum „Freien Elbfischer“ 2008
Am 13. März 2008 hatte die Gemeinschaftsinitiative Elbfischer Vertreter von Gemeinden, Behörden und Verbänden eingeladen, um in Hoopte an der Elbe den Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Herrn Senator Axel Gedaschko, zum „Freien Elbfischer“ 2008 zu küren. Pünktlich um 10.00 Uhr konnte Axel Schlemann, der Sprecher der GI Elebfischerei, Senator und Gäste im Fischrestaurant „Grube´s Fischerhütte“ begrüßen. Traditionsgemäß folgte dann eine Einweisung in die Tätigkeiten eines Elbefischers. Zünftig mit Wathose ausgestattet fuhr der Senator vom fußläufig entfernten Anleger Hoopte mit dem Elbefischer Wilhelm Grube auf die Elbe hinaus, um die ausgelegten Reusen zu leeren. Trotz des starken Windes und einiger Gischtkronen ließ sich die Elbe problemlos befahren. In Höhe des Anlegers Fliegenberg wurden die ersten mit Stint gefüllten Reusen aus dem Wasser gezogen. Nach einer Einweisung durch Fischer Grube packte der Senator mit an und entleerte die Reusen in die Fangkörbe. Im Anschluss an den erfolgreichen Fischzug besichtigte der Senator den Betrieb des Fischers Grube und wurde in Verarbeitung und Zubereitung des frischen Elbefisches eingewiesen. Vor dem Mittagessen mit Fischspezialitäten der Region, wurde Senator Axel Gedaschko offiziell zum „Freien Elbfischer 2008“ ernannt. Im Beisein des Ehrenvorsitzenden der GI Elbefischerei, Herrn Gerd Bestmann, verlas Otto Hammermeister die Ehrenurkunde und überreichte sie dem Senator. Im Anschluss daran händigte der Vorsitzende der GI, Fischer Christian Köthke, die Fischreuse als Zeichen für den „Freien Elbfischer“ aus. Schon während des Mittagessens wurde sehr konzentriert über den Zustand der Elbe und Chancen und Risiken der Zukunft gesprochen. Hauptthema war dabei auch der Bau neuer Kraftwerke entlang der Elbe. In einer kurzen Ansprache erläuterte Herr Senator Gedaschko, dass die Freie und Hansestadt Hamburg, sich intensiv mit dem Zustand der Elbe beschäftigt. Im Oberlauf der Elbe eingetragene Schad- und Nährstoffe würden sich gerade im Bereich Hamburgs sehr negativ auswirken. Daher gelte es auch, Maßnahmen am Oberlauf zu initiieren und zu unterstützen. Ein Problem das Hamburg unmittelbar betrifft ist die Elbvertiefung. Sie ist notwendig, um den Hamburger Hafen auch für neue Schiffsgenerationen erreichbar zu machen, hat aber deutliche ökologische Auswirkungen. Sie wird seit 1850 durchgeführt und führe dazu, „dass Sediment dort abgelagert werde, wo es nicht hingehört und es dort abgetragen wird, wo es eigentlich bleiben sollte“, so Senator Gedaschko. Fischer Wilhelm Grube zeigte auf, dass die Nährstofffracht bei der großen Wassertiefe nicht mehr vom Licht erreicht werde und dann am Grund unter Aufzehrung von Sauerstoff zu faulen beginne. Durch das warme Frühjahr kam es im letzten Jahr bereits im Juni zu einem ersten Fischsterben im Hamburger Bereich. Senator Gedaschko verwies auf Untersuchen, dass in den Flusslauf eingebrachte künstliche Inseln die Sedimentproblematik deutlich verbessern könnten. Viele Umweltschutzverbände bezweifeln dies in ihren Stellungnahmen allerdings. Die Forderung des Einbaus einer weiteren Fisaufstiegshilfe an der Staustufe Geesthacht auf Schleswig-Holsteinischer Seite wurde von Otto Hammermeister vorgebracht und mit dem Senator besprochen. Große Soge äußerte Fischer Wilhelm Grube zum geplanten Bau eines Kohlekraftwerkes an der Elbe bei Moorburg. Der Senator bestätigte, dass -verglichen mit dem Wasserdurchsatz bei Neu-Darchau- bei Spitzenlast des Kraftwerkes und ungünstigen Verhältnissen etwa 1/3 des gesamten Oberflächenwassers der Elbe zur Kühlung des Kraftwerkes benötigt werde. Trotz der Auflagen kann damit bei einer maximal erlaubten Erwärmung des Kühlwassers von +3 Grad Celsius die Temperatur der Elbe theoretisch um einen Grad steigen. Fischer Wilhelm Grube merkte an, dass in diesen warmen Wasserstrom täglich viele Tonnen toter Biomasse (15t gemäß Gutachten Vattenfall; 100t gemäß Berechung ARGE Elbe) aus dem Kühlwasser in die Elbe gelangen. Die Einleitungen eines flussabwärts gelegenen Klärwerkes und der mögliche Bau weiterer Kraftwerke wurden dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Alles zusammen kann bei warmem Wetter katastrophale Folgen haben. Auch die Stint Population kann erheblichen Schaden nehmen. Die Larven sind so klein, dass sie nicht aus dem Kühlwasser gefiltert werden können. Durch den Tidestrom werden sie mehrfach am Kraftwerk vorbei getrieben. Da ist die Gefahr groß, dass ein überwiegender Teil der Larven im Kühlkreislauf abgetötet wird. Die Fischabweiser des Kühlwassereinlaufes sind darüber hinaus nur für große Fische ausgelegt. Diese Maßnahme greift deshalb bei den kleinen und relativ empfindlichen Stinten nicht. Sie werden damit durch die starke Ansaugströmung akut gefährdet. Die Mitglieder der GI Elbefischerei machten deutlich, dass die Fischerei über die reine Vermarktung des Fanges für die Region große touristische Bedeutung hat. So besuchen anlässlich der Stintsaison viele tausend Menschen aus dem gesamten norddeutschen Raum die Elbregion. Neben dem Stint sind heute Aal, Zander und Barsch die für die Elbe typischen Fische. Früher war auch die Quappe ein häufig gefangener Fisch, der sogar bis nach Berlin geliefert wurde. Fischer Wilhelm Grube berichtete über Projekte aus Frankreich und Polen, die Quappe in Aquakulturen zu züchten. Auch an der Elbe würde versucht, diesen Fisch in Auquakulturen zu züchten. Er konnte auf erste Erfolge verweisen, allerdings sei die Quappe ein Fisch, der sehr sensibel auf Störungen reagiere. Die Fischer sehen in der erfolgreichen Zucht dieser für die Region typischen Fischart, eine Chance für ihre Zukunft. Dazu sind allerdings weitere Geldmittel erforderlich. Fischer Grube sprach Senator Gedaschko darauf an, die Erlöse für Wasserentnahmekosten aus der Elbe auch diesem Projekt zu Gute kommen zu lassen. Zum Schluss der Veranstaltung dankte Axel Schlemann dem Senator Gedaschko für die sehr konstruktiven Gespräche und wünschte allen Teilnehmer viel Erfolg bei ihren Bemühungen um den Fluss Elbe. Weitere Informationen zu den Themen Elbvertiefung und Kraftwerk Moorburg sind auf der Internetseite www.bezirk2-ilmenau.de veröffentlicht.
Wolfgang Kühl Landessportfischerverband Niedersachen Bezirk 2 Ilmenau Medien- und Pressewart
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